Die kurze Antwort: Ja, du kannst eine Katze trainieren. Katzen lernen schnell, wenn du gutes Verhalten belohnst, kurz trainierst (etwa 5 Minuten) und deine Katze selbst entscheiden lässt, ob sie mitmacht. Mit Clickertraining bringst du deiner Katze Schritt für Schritt einen ersten Trick bei, zum Beispiel mit der Nase einen kleinen Stab zu berühren.
Kann man eine Katze trainieren?
Ja, eine Katze ist schlauer, als viele Menschen denken, und lernt schnell, solange sie es auf ihre eigene Weise tun kann. Die goldene Regel: Belohne gutes Verhalten und verzichte auf Strafen. Auf Strafen oder negative Aufmerksamkeit reagiert eine Katze schlecht.
Aus vier Gründen lässt sich eine Katze gut trainieren:
- Sie ist intelligent und lernt durch Wiederholung.
- Sie mag Routine und Vorhersehbarkeit.
- Sie liebt Futter und Spielen.
- Sie verbringt gerne Zeit mit dir.
Auch eine ältere Katze kann noch neue Dinge lernen. Es dauert nur etwas länger. Mit Geduld, Aufmerksamkeit und einer leckeren Belohnung kommst du ans Ziel. Vielleicht geht es nicht so schnell wie bei einer jungen Katze oder einem Kitten, aber mit etwas Geduld, Liebe und leckerem Futter kannst du viel erreichen.

Die Grundlagen des Katzentrainings
Gutes Training ist kurz, ruhig und freiwillig. Beginne mit einem kleinen Ziel, das deine Katze leicht erreichen kann, damit ihr beide schnell erste Erfolgserlebnisse habt.
Nutze diese Checkliste für jede Trainingseinheit:
- Deine Katze ist ruhig, aufmerksam und ausgeruht.
- Ihr Lieblingssnack oder ihr Lieblingsfutter liegt bereit.
- Die Trainingseinheit dauert etwa 5 Minuten (Empfehlung aus dem Buch Handleiding voor een gelukkige kat von Liesbeth Puts).
- Du sprichst mit ruhiger, tiefer Stimme und ermutigst sie.
- Dein Rebel entscheidet selbst, ob sie mitmacht.
Wiederholung, Ruhe und positive Aufmerksamkeit funktionieren besser als lange Trainingseinheiten. Stehen wichtigere Dinge auf ihrem Tagesplan, wie Schlafen oder Vögel beobachten? Dann versuche es später noch einmal, denn Zwang bewirkt das Gegenteil.
Tipp: Teile Leckerlis in sehr kleine Stücke und trainiere kurz vor einer Mahlzeit, nicht direkt danach. So bleibt deine Katze motiviert und bekommt nicht zu viel Futter (Quelle: Ontario SPCA).
Clickertraining: der erste Trick in 6 Schritten
Beim Clickertraining markierst du mit einem Klick genau den Moment, in dem deine Katze etwas richtig macht. Ein einfacher erster Trick ist das Targettraining: Deine Katze berührt mit ihrer Nase einen kleinen Stab. Dieser Trick bildet auch die Grundlage für viele weitere Kunststücke (Quellen: Vetstreet, Ontario SPCA).
- Höre rechtzeitig auf. Halte die Trainingseinheiten kurz, maximal 5 Minuten, und beende sie, bevor deine Katze das Interesse verliert.
- Konditioniere den Clicker. Klicke und gib sofort ein kleines Leckerli. Wiederhole das, bis deine Katze dich erwartungsvoll ansieht, sobald sie den Klick hört.
- Bastle einen Targetstab. Ein Essstäbchen mit einem Tischtennisball am Ende funktioniert prima.
- Belohne das erste Interesse. Halte den Stab einige Zentimeter vor ihre Nase. Klicke und belohne jede Bewegung in seine Richtung, selbst wenn sie ihn nur anschaut.
- Verlange schrittweise etwas mehr. Klicke erst, wenn sie näherkommt, und anschließend nur noch, wenn sie den Stab tatsächlich berührt.
- Füge ein Wort hinzu. Sage „Touch“, kurz bevor du klickst und belohnst. Nach einiger Zeit reagiert sie allein auf das Wort.
Tipp: Erschrickt deine Katze vor dem Geräusch? Dann halte den Clicker in deiner Hosentasche oder klebe ein Stück Klebeband über das Metallplättchen (Quelle: Ontario SPCA).
Hier erklären wir dir, wie du deiner Katze beibringst, einen Kratzbaum zu benutzen.

Welche Tricks kannst du einer Katze beibringen?
Eine Katze kann fast jeden Trick lernen, solange sie Spaß daran hat und die Belohnung stimmt. Dazu gehören das Warten auf einen Snack, das Stehen auf den Hinterbeinen, das Zurückbringen eines Spielzeugs, das Durchlaufen eines Parcours oder das ordentliche Sitzen vor dem Fressen (Quelle: Liesbeth Puts).
Als Belohnung eignen sich ein Snack, leckeres Futter oder ein Streicheln über den Kopf. Beginne mit dem einfachsten Trick und steigere anschließend langsam die Schwierigkeit.
| Trick | Schwierigkeitsgrad | Benötigte Zeit |
|---|---|---|
| Mit der Nase einen Stab berühren (Target) | Einfach | 3 bis 5 Trainingseinheiten |
| Vor dem Fressen ordentlich sitzen | Einfach | 5 bis 10 Trainingseinheiten |
| Auf einen Snack warten | Mittel | 5 bis 10 Trainingseinheiten |
| High Five | Mittel | Insgesamt 20 bis 30 Minuten Training, verteilt auf mehrere Einheiten (Quelle: San Diego Humane Society) |
| Auf den Hinterbeinen stehen | Mittel | 5 bis 10 Trainingseinheiten |
| Spielzeug zurückbringen (Apportieren) | Schwierig | 10 Trainingseinheiten oder mehr |
| Einen Parcours durchlaufen | Schwierig | 10 Trainingseinheiten oder mehr |
Eine Trainingseinheit dauert in dieser Tabelle ungefähr 5 Minuten. Jeder Rebel hat sein eigenes Tempo. Betrachte die Zeitangaben deshalb als Richtwerte.
Tipp: Beherrscht deine Katze das Targettraining? Dann ist High Five ein logischer zweiter Trick. Halte deine offene Hand hoch und klicke und belohne sie, sobald sie diese mit ihrer Pfote berührt (Quelle: San Diego Humane Society).
Zum Apportieren brauchst du ein Spielzeug, das dein Rebel unbedingt haben möchte. In unserem Sortiment an Katzenspielzeug findest du Spielzeuge, die den Jagdinstinkt anregen. Lies auch, welches Katzenspielzeug deiner Katze wirklich Spaß macht.
Kannst du einer Katze das Kuscheln beibringen?
Einer Katze das Kuscheln beizubringen, klappt nicht immer. Eine Ragdoll liebt es oft, gestreichelt zu werden. Andere Katzen mögen das dagegen nicht oder haben aufgrund einer schlechten Erfahrung Angst vor Menschen oder Berührungen.
Möchtest du deine Katze an Berührungen gewöhnen? So gehst du vor:
- Streichle sie kurz und sanft an einer Stelle, die sie mag, zum Beispiel am Kopf oder an den Wangen.
- Sprich ruhig und freundlich mit ihr.
- Belohne jede Berührung mit einem Snack oder etwas Leckerem.
- Achte auf Anzeichen dafür, dass sie genug hat: nach hinten angelegte Ohren, Fauchen oder ein peitschender Schwanz. Höre dann sofort auf und lass sie in Ruhe.
Tipp: Möchtest du ihre Signale besser verstehen? Dann mach unseren Minikurs zur Katzensprache.
Unerwünschtes Verhalten umlenken
Unerwünschtes Verhalten änderst du, indem du eine bessere Alternative anbietest, statt deine Katze zu bestrafen. Strafen funktionieren bei Katzen einfach nicht. Ruhiges Unterbrechen ist erlaubt, wütend werden dagegen nicht.
So gehst du vor:
- Finde den Grund heraus. Kratzt dein Rebel am Sofa, möchte sie ihrem natürlichen Kratzbedürfnis nachgehen. Springt sie auf die Küchenarbeitsplatte, sucht sie meistens nach Futter.
- Biete eine gute Alternative. Stelle einen stabilen Kratzbaum oder eine Kratztonne direkt neben das Sofa. Entferne Essensreste von der Küchenarbeitsplatte und gib ihr einen festen Futterplatz.
- Mach den alten Platz weniger attraktiv. Nutzt sie die Alternative? Dann lege eine Zeit lang etwas auf den alten Platz, damit dieser weniger interessant wird.
- Nutze ihre Sinne. Zitrusschalen riechen für eine Katze unangenehm. Kunstrasen oder eine Antirutschmatte fühlen sich unter ihren Pfotenballen nicht angenehm an.
Wichtig: Werde niemals wütend. Schreien, Schlagen oder laute Geräusche machen eine Katze ängstlich oder scheu und bringen überhaupt nichts.
Ein Kitten auf dem Kratzbaum Tulsa 83 zeigt, wie es richtig geht: Kratzen an der dafür vorgesehenen Stelle. Möchte deine Katze ihren Kratzbaum noch nicht benutzen? Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Kratzbaum bringst du es ihr bei.
Lies auch, wie du verhinderst, dass deine Katze an Möbeln kratzt. Bist du unsicher, ob ihr Verhalten einfach nur Katzenunfug oder ein Warnsignal ist? Dann erfahre mehr über Verhaltensprobleme bei Katzen.

Das solltest du niemals tun (und das stattdessen)
Strafen, Zwang und Ignorieren funktionieren bei einer Katze nicht. Sie schaden eurer Bindung und können deine Katze ängstlich oder aggressiv machen.
| Das solltest du nicht tun | Warum nicht? |
|---|---|
| Schreien oder Schlagen | Deine Katze wird ängstlich oder aggressiv. |
| Nach unerwünschtem Verhalten ignorieren | Eine Katze versteht diese Strafe nicht. |
| Deine Katze gegen ihren Willen hochheben | Sie wird wütend oder bekommt Angst. |
| Mit Wasser oder Geräuschen bestrafen | Das schadet der Bindung zwischen euch. |
Das funktioniert dagegen:
- Belohne gutes Verhalten jedes Mal mit Streicheln, Kuscheln oder einem Snack.
- Lenke unerwünschtes Verhalten in erwünschtes Verhalten um, wie oben beschrieben.
- Gib deiner Katze Routine, Vorhersehbarkeit, sichere Rückzugsorte und viel Liebe.
Ein fester Tagesablauf hilft dabei. Lies, warum Routine für deine Katze so wichtig ist.
Training bringt dir mehr als nur ein Kunststück. Du lernst deine Katze besser kennen, eure Bindung wird stärker und sie bekommt die geistige Beschäftigung, die Langeweile vorbeugt. Und nach all dem Üben hat selbst die schlauste Samtpfote ein Nickerchen auf ihrem Lieblingsliegeplatz verdient.
Die wichtigsten Punkte aus dem Artikel
- Du kannst eine Katze trainieren, indem du gutes Verhalten belohnst und niemals bestrafst.
- Trainiere kurz (etwa 5 Minuten), wenn deine Katze ruhig und aufmerksam ist, und lass sie selbst entscheiden.
- Mit Clickertraining und einem Targetstab bringst du ihr in 6 Schritten einen ersten Trick bei.
- Beginne mit einem einfachen Trick wie dem Targettraining oder dem ordentlichen Sitzen und steigere dich bis zum Apportieren oder einem Parcours.
- Unerwünschtes Verhalten lenkst du mit einer Alternative um, zum Beispiel mit einem Kratzbaum statt dem Sofa.
Häufig gestellte Fragen zum Katzentraining
Nein. Die Grundlagen funktionieren auch mit Snacks, einer ruhigen Stimme und dem richtigen Timing. Ein Clicker hilft allerdings dabei, genau den Moment zu markieren, in dem deine Katze etwas richtig macht.
Ein paar kurze Trainingseinheiten pro Tag funktionieren gut. Jede Einheit sollte kürzer als 5 Minuten dauern oder enden, sobald deine Katze das Interesse verliert (Quelle: Vetstreet). Beende das Training immer mit einem Erfolgserlebnis.
Ja. Eine ältere Katze lernt nur etwas langsamer als eine junge Katze. Mit Geduld, Aufmerksamkeit und leckerem Futter kannst du viel erreichen.
Nein. Strafen mit Wasser oder Geräuschen schaden der Bindung zu deiner Katze und lösen das Verhaltensproblem nicht. Suche lieber nach dem Grund und biete eine bessere Alternative.
Das ist von Katze zu Katze unterschiedlich. Die meisten Katzen lieben ihren Lieblingssnack oder leckeres Futter. Anderen reicht schon ein Streicheln über den Kopf. Wähle das, was dein Rebel am allerliebsten mag.
Du siehst: Es ist durchaus möglich, Katzen zu trainieren und ihnen Tricks beizubringen. Das ist nicht nur praktisch, sondern macht dir und deiner Katze auch Spaß. Du lernst deine Katze besser zu verstehen, stärkst eure liebevolle Bindung und hältst ihren klugen Kopf beschäftigt. Und dafür brauchst du gar nicht viel. Mit den richtigen Hilfsmitteln – wie Katzenleckerlis, Spielzeug, einem sicheren Kratzbaum und etwas Geduld – bist du bestens vorbereitet, um herauszufinden, was alles in deiner abenteuerlustigen Katze steckt. Viel Spaß!
Haftungsausschluss
Petrebels ist weder Tierarzt noch Verhaltensexperte. Alle Inhalte, Informationen und Tipps auf dieser Seite dienen der Inspiration und haben ausschließlich informativen Charakter. Hat deine Katze Beschwerden oder Probleme und bist du dir über ihre Gesundheit unsicher? Wende dich immer an einen Tierarzt oder Verhaltensexperten.






















